Train Sim World 6 Deluxe

Weihnachten bin ich nun doch schwach geworden und habe mir die Deluxe Edition quasi zum Preis der Standard Version geholt. Somit waren die drei zusätzlichen Fahrzeuge quasi gratis. Nun kann ich mir aber auch die drei Strecken etwas näher ansehen.

Dresden – Leipzig

Neu ist an dieser Strecke nur der Abschnitt zwischen Leipzig und Riesa und der Streckenast über Friedrichdorf. Den Rest kennt man bereits aus Nahverkehr Dresden. Und nein, den Abschnitt zum Flughafen haben sie immer noch nicht fertig gebaut und integriert. Wer die Hoffnung darauf nicht schon vor Jahren aufgegeben hat, kann so nun aber definitiv begraben.

Mit der Strecke bekommt man die Br 411 (ICE-T), Br 143, 146.2, 185.2 und den Talent 2 (Br 442). Die kennt man alle bereits aus anderen Addons. Neu ist lediglich die Deluxe-Lok V90 (Br 294). Aber zu der komme ich später. Wer die alte Strecke noch nicht besitzt, bekommt sie gratis dazu. Damit kommt dann noch die BR 185.5 von MRCE und die V60 (Br 363) zum Fuhrpark dazu.

Sicherlich fragt sich der eine oder andere, warum man mit der neuen Strecke Fahrzeuge der alten Strecke bekommt, wenn diese doch quasi im Paket enthalten ist. Nun, das liegt an den neuen Funktionen, die DTG wohl nicht in die alten Strecke integrieren und damit dessen Besitzern zugänglich machen wollte. Dafür verschwendet man lieber (besonders auf Konsolen) kostbaren Speicherplatz.

Der Teil der Strecke, den man schon aus Nahverkehr Dresden kennt, ist unverändert übernommen worden. Somit ist dieser Teil – mehr oder weniger – noch auf dem Niveau von TSW2. Das ist ziemlich mies, hat mich aber nicht überrascht. DTG verkauft ja oft und gerne ihr Zeug doppelt und dreifach ohne daran je wieder was zu tun. Das betrifft auch das Rollmaterial, den man nur die neuen Funktionen hinzugefügt hat. Die längst überfällige Überarbeitung der TRAXX-Loks bleibt weiterhin Utopie. Auch der Talent 2 ist immer noch nur in der dreiteiligen Ausführung enthalten, obwohl gerade zwischen Leipzig hauptsächlich die fünfteilige Variante (manchmal in Kombination mit einem Dreiteiler) verkehrt.

Fazit: Wie schon mein Ersteindruck vermuten lies, ist die deutsche Strecke ziemlich enttäuschend und eigentlich auch eine Frechheit dafür nochmal den Vollpreis zu verlangen.

Morristown Line: NY Penn/Hoboken – Dover

Über dem großen Teich wechselt man wieder mal die Küste. Zurück im Osten geht es durch New Jersey. Ausgangspunkt ist entweder Hoboken am Ufer der Hudson oder die Penn Station in Downtown Manhatten (New York). Sie ist komplett elektrifiziert, was für amerikanische Strecken ja eher eine Ausnahme darstellt. Folglich fahren wir auch E-Loks (aus deutscher Produktions) und mit dem Arrow III auch einen ikonischen Triebwagen von Budd. Dazu gibt es Doppelstockwagen und natürlich auf einen passenden Steuerwagen.

Die ALP-46 gehört zur TRAXX-Familie, obwohl sie technisch eine Weiterentwicklung der Br 101 darstellt. Gebaut wurde sie zusammen mit der ALP-45 DP (die Deluxe-Lok) in Kassel. Technisch handelt es sich um einen Mehrsystemlok, denn auf dem NEC und der Morristown Line kommen unterschiedliche Stromspannungen zum Einsatz. Sehr schön finde ich den Kontrast zwischen moderner Lok und altem Triebwagen. Auch öffnen die Türen nur mehr bei den Wagen, die sich am Bahnsteig befinden und berücksichtigen auch die unterschiedlichen Höhen dieser.

Die Strecke selbst ist anspruchsvoll und abwechslungsreich, da sie sich durch eine ziemlich hügelige Landschaft windet. Sie verläuft zunächst durch stark besiedeltes Gebiet, wo Stationen in kurzen Abständen zu finden sind, um dann längere Abschnitte durch Wälder und kaum besiedelte Landstriche zu führen. Kurz vor Dover erreicht man dann wieder etwas dichter besiedeltes Gebiet. Ich kenne von der Strecke in Realität nur das östliche Ende in New York und Hoboken, sowie die Strecke bis Newark Penn Station. Die ist auf alle Fälle wiederzuerkennen.

Fazit: Hier hat sich DTG deutlich mehr Mühe mit gegeben, als mit dem deutschen Pendant. Freilich gibt es aber auch hier noch Luft nach oben. So gibt es dort auch Gleisanschlüsse und Güterverkehr, der aber von DTG komplett ausgeblendet wird. Wer den will, muss ziemliche alte Strecken dazu kaufen. Das ist nicht sehr nett, aber wohl von DZG auch nicht anders zu erwarten.

Riviera Line: Exeter – Plymouth/Paignton

Eindeutig das Highlight bei den neuen Strecken. Nicht nur, weil DTG bei britischen Strecken immer etwas mehr macht, als bei anderen, sondern weil die Riviera Line auch in Realität zu einer der schönsten Bahnstrecken auf der Insel zählt. Auf der einen Seite der schöne Küstenlandstrich und auf der anderen das Meer, dass bei hohen Wellen gerne auch mal bis ans Zugfenster spritzt.

Die Riviera Line ist Teil der Verbindung von London Padington nach Penzance in Cornwall und damit Teil der Great Western Main Line. In Newton Abbot teilt sich die Strecke. Die GWML führt in einer Linkskurve weiter Richtung Plymouth, während es geradeaus nach Paignton geht. Dort beginnt die Dartmoor Railway, eine Museumsbahn, auf der es regelmäßig dampft.

Fahren kann man Züge der GWR und mit Deluxe auch von CrossCountry. Enthalten sind der Sprinter (Class 150.2) für den Regionalverkehr und die Class 802 für den Fernverkehr. Dazu gesellt sich der Voyager (Class 220) von CrossCountry. Wer der britische Urstrecke besitzt, kann auch noch mit Mini-HST (Class 43) und Class 166 fahren, die dort auch in Realität anzutreffen sind. Wer lieber Kisten statt Personen befördert, kann das mit der Class 66 tun, leider immer noch au EWS- und DB-Lackierung beschränkt.

Die Strecke ist im aktuellen Zustand repräsentiert, also nach der Flutkatastrophe und mit den entsprechenden Um- und Neubauten. Aber auch mit diesen sind die Tage dieser ikonischen Strecke wohl gezählt, denn das Meer wird immer mehr zu einem Problem für den Zugbetrieb. Früher gab es eine alternative Verbindung zwischen Exeter und Newton Abbot, die allerdings eine gewisse Axt gekappt hat. Ob man sie wieder aufbaut oder eine Neubaustrecke errichten wird, ist derzeit noch nicht entschieden – das aber was getan werden muss, ist dort allen klar. Fall ihr also in Realität diese Strecke noch erleben wollt, dann solltet ihr das in einem der nächsten Urlaube tun.

Fazit: Hier werde ich von allen neuen Strecken wohl die meiste Zeit verbringen. Einzig das man auf der Dampfbahn in Paignton nichts sieht, ist ein wenig bedauerlich. Da hätte man ja zumindest die LMS-Loks und Wagen platzieren können. wenn der Nutzer das Addon besitzt. Auch vermisse ich eine Sonderfahrt mit der Flying Scotsman. In Realität gab/gibt es die, warum nicht auch hier?!

Fahrspaß Deluxe

Zum Schluss werfe ich dann doch auch noch einen genaueren Blick auf die zwei Loks und den Triebwagen, denn man für einen ordentlichen Aufpreis bekommen kann. Den Anfang macht der deutsche Vertreter, die Baureihe 294. Die Verschublok haben viele schon schwerlich vermisst, ist sie doch noch immer ein täglicher Anblick auf deutschen Schienen. Mit ihr fahren wir kurze Güterzüge und rangieren auf dem einen oder anderen Rbf oder Gleisanschluss. Sie ist ziemlich detailliert umgesetzt und auch nicht ganz leicht zu beherrschen. Auch taucht sie auf vielen älteren Strecken auf, was sie vielseitig einsetzbar macht. Keine schlechte Ergänzung also,

Anders sieht es in Amerika aus. Die ALP-45 DP ist quasi mit der ALP-36 identisch. Die Unterschiede sind der Dieselmotor und der Verzicht auf den zweiten Führerstand. Auf einer komplett elektrifizierten Strecke macht aber ihre Verwendung wenig Sinn. In Realität fährt sie da auch nicht. Es gibt aber noch eine alternative Strecke zwischen Hoboken und Dover, die aber DTG nicht gebaut hat. Diese ist nur teilweise elektrifiziert und dort ist die Lok tatsächlich regelmä0ig anzutreffen. Was die Deluxe-Lok nun macht, ist mit dem Finger deutlich auf den fehlenden Streckenast zu deuten. Für ihre Existenz gibt es auf der Morristown Line also keinen Grund. Wäre sie einfach dabei, würde ich ja nichts sagen, aber der Kunde muss ja extra dafür bezahlen, und bekommt dann nicht mal eine Strecke, auf der er sie auch sinnvoll einsetzen kann. Kein Gutes Verkaufsargument…

Wenig überraschend ist auch hier das englische Fahrzeug das umfangreichste (weil ein ganzer Triebwagen) und das interessanteste. Die Class 220 Voyager wurde von Bombadier Transportaion in den 90ern in Belgien auf Bestellung von Virgin Trains gebaut. Sie gehört damit zu den ersten Neufahrzeugen seit der Privatisierung von British Rail. Die Schwesterbaureihe 221 bietet zusätzlich Neigetechnik, die die 220 nicht besitzt. Die beiden können aber gemeinsam in gemischter Doppeltraktion eingesetzt werden.

Die längste durchgehende Zugverbindung in Großbritannien von Penzance in Cornwall bis nach Aberdeen in Schottland bestreitet täglich ein Voyager. Und ihr ahnt es schon: natürlich kann man diese im Abschnitt Plymouth – Exeter hier selbst fahren. Alleine dafür hätte ich ihn mir wohl gekauft.

Allerdings taucht er auch schon auf der Manchester Flughafenstrecke auf, was ein zusätzlicher Bonus ist. Leider sind aber einige Fahrten dort aber fehlerhaft. Da muss man sich bis zum nächsten Patch gedulden.

Wenn Ihr Train Sim World 6 im Sale günstig bekommen könnt und euch auch nur eine Strecke interessiert, dann holt ihn euch. Falls ihr aber nur an deutschen Strecken interessiert seid, dann könnt ihr das Paket diesmal auch auslassen und lieber direkt die neuen deutschen Strecken kaufen.

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